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Im Atelier mit Tom Król. Über die Entstehung seiner Künstler-Edition
Art

Im Atelier mit Tom Król. Über die Entstehung seiner Künstler-Edition

Exklusive Künstler-Edition mit Tom Król

Für onomao hat der Künstler Tom Król (*1991 in Köln, lebt und arbeitet in Berlin) eine exklusive Künstler-Edition unserer Klassik-Kollektion in Transparent gestaltet.

Król studierte an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, der Kunstakademie Düsseldorf bei Tal R und Andreas Schulze sowie der Académie royale des Beaux-Arts de Bruxelles. In jüngster Zeit waren seine Werke in internationalen Galerien und Institutionen, darunter dem Neuen Aachener Kunstverein, zu sehen. 

Tom Króls Arbeiten orientieren sich an der Ästhetik des Alltäglichen. In seinen malerischen Arbeiten treten Symbole, Gesten und Zeichen zum Vorschein, die sich an der Grenze zwischen malerischer Abstraktion und Objekten und Figuren aus seiner unmittelbaren Lebenswirklichkeit bewegen. Auch die Zeichnungen und Symbole, die in Portugal von Zeichner:innen händisch mit einem schwarzen Pinselstrich auf die Oberfläche der natürlich glasierten Keramik aufgetragen werden, sprechen seine typische Bildsprache. Neben den angedeuteten Zeichen tritt das Symbol des Auges dabei in den direkten Dialog mit den Betrachter:innen.

Neben unserer Künstler-Edition hat Tom Król fünf handgedrehte Vasen mit seinen Zeichnungen und Malereien versehen und von Hand in unserer Ehrenfelder Keramikwerkstatt gestaltet. Jede der fünf Vasen ist dabei in Form und Gestaltung ein individuelles Einzelstück.

Wir haben mit Tom über die Zusammenarbeit und die Ideen hinter seiner Kunst gesprochen. 

Wie bist du zur Kunst gekommen?
Das war eigentlich recht klar. Gezeichnet habe ich immer und schließlich ein Studium zum Illustrator begonnen.
Als mich Heiner Blum, mein Professor an der HfG Offenbach, dazu motivierte, größer und in Farbe zu arbeiten, war der Weg zur Malerei nicht mehr weit. Die Malerei hat mir neue Blickwinkel auf die Kunst eröffnet und ich habe angefangen unter anderem mit Installationen, Klang, verschiedenen Drucktechniken und Fotografie zu arbeiten. Meine Sichtweise blieb dabei aber immer die eines Malers.

Würdest du in ein paar Sätze etwas über dich und deine künstlerische Herangehensweise erzählen?
Mir bietet Malerei die Möglichkeit, etwas zu erschaffen, was man lesen, aber nicht unbedingt verbalisieren kann. Dies ist mein grundlegender Antrieb. Hierbei gibt es kein Schema, nach dem ich verfahre. Meine Bilder entstehen dann, wenn sie entstehen müssen. Die für mich beste Herangehensweise ist dabei Zeit zu haben. Keinen Druck zu verspüren, auf ein bestimmtes Projekt hinarbeiten zu müssen, sondern wirklich mit den Bildern zu leben. Mir und ihnen die Zeit und den Raum zu geben, sich zu entwickeln ist das Wichtigste in diesem Prozess. Die Zeichnung spielt dabei immer eine große Rolle für mich.

In der Regel arbeitest du relativ klassisch, beispielsweise Malerei auf Leinwand. Wie hast du die Arbeit mit Keramik als Material empfunden? Was macht für dich dieses neue Material als Bildgrund im Unterschied zur Leinwand für deine Zeichnungen aus?
Für mich war es während der Arbeit mit der Keramik besonders interessant, räumlich zu denken. Die Leinwand oder das Papier sind flach. Durch die Arbeit mit und auf einem dreidimensionalen Körper wurden neue Aspekte wichtig.
Dies forderte mich, ließ mich aber auch mit einer neuen Freiheit an die Sache herangehen. Ich fand den Aspekt der Zeit im Umgang mit Keramik besonders interessant: Wie viele und welche Bearbeitungsphasen des Tons braucht es zwischen den einzelnen Schritten des Formens, Brennens, Bemalens und Glasierens. Im Vergleich ist die Malerei spontaner, es werden aber vielleicht auch mehr unbedachte Schritte unternommen. Die Arbeit mit Ton erfordert wesentlich mehr Planung.

Die Formen in deinen Arbeiten bewegen sich an der Grenze zwischen Abstraktion und Figuration - was inspiriert dich? Woher nimmst du die Ideen für deine individuellen und doch sehr spezifischen Formen?
Über die letzten Jahre des ständigen Aufnehmens und der Verarbeitung alltäglicher Eindrücke hat sich bei mir ein Code, ein Stil, oder wie auch immer man es nennen mag, entfaltet. Hieraus bediene ich mich. Neue Dinge fließen mit ein, Formen aus der Vergangenheit tauchen immer wieder auf. Die konkrete Inspiration und der Antrieb weiterzuforschen sind für mich die zwischenmenschlichen Interaktionen des Alltags. Kleinigkeiten triggern mich und die Idee zum nächsten Bild ist da. 

Welcher ist dein Lieblingsplatz hier in Köln?
Da gibt es viele. Aber wenn ich am Rheinufer an der Südbrücke stehe, fühl ich mich zuhause.

Hast du einen aktuellen Ausstellungstipp für uns? Über die letzten Jahre hatte ich das Glück, an vielen Orten in Europa tolle Ausstellungen sehen zu können.
Natürlich gibt es da auch Favoriten. Einer meiner Lieblingsorte in Köln ist das Kolumba Museum in der Innenstadt und natürlich die Galerie „fiebach, minninger“ auf der Venloerstraße.
In meiner Wahlheimat Berlin habe ich so einen Ort noch nicht gefunden, aber „Das Kleine Grosz Museum“ in Schöneberg ist eine tolle Oase inmitten der hektischen, lauten Stadt. Im Ausland wären es wohl der Skulpturengarten des „Middelheimmuseum“ bei Antwerpen oder das Museum „Dhondt-Dhaenens“ bei Sint-Martens-Latem in Belgien. 
Die letzte Ausstellung, die mich wirklich begeistert hat, war die Werkschau von Michel Majerus im KW Institute for Contemporary Art in Berlin Mitte (sie ist leider schon vorbei).

Zur Künstler-Edition mit Tom Król
Instagram Tom Król 
Website Tom Król
Galerie fiebach, minninger

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